| Pflege
einer Grasbahn
Der
Bericht Quo vadis Sandbahn? UW Januar 2008, hat mich
veranlasst einen Bericht über die Pflege unserer Grasbahn
in Oberhausen zu schreiben.
Früher
war ein ebener Untergrund, regelmäßiges mähen und eine gute
Bewässerungsanlage wichtig. Unebenheiten wurden mit gesiebtem
Mutterboden ausgeglichen und die Bahn gewalzt. Jedoch war
diese Maßnahme nicht optimal, da der Mutterboden wenn er feucht
war schlüpfrig wurde, und die Verletzungsgefahr bei den Hunden
erhöhte.
In den 80ziger Jahren begann man die Bahn
mit einem Gemisch aus gesiebtem Mutterboden und gewaschenem
Rheinsand mit einer Körnung von 0 bis max. 2mm zu sanden.
Dies fand zunächst immer im Frühjahr statt. Bei Trainingsbeginn
hatte sich der Sand noch nicht genügend abgesetzt, war daher
auch noch zu locker und somit nicht zufrieden stellend.
Whippet- und Greyhound Besitzer machten den Vorschlag die
Bahn Ende Oktober, also nach dem letzten Training zu sanden.
Es wurde ausprobiert und es war besser. Der Sand hatte sich
bis zum Frühjahr abgesetzt, man hatte auch nicht mehr das
Problem, wenn der Boden noch zu weich war, mit Traktor, voll
beladenem Anhänger mit Sand auf die Bahn zu fahren und somit
unnötige Spurrillen zu verursachen.
Jedoch spielt nicht nur der Sand eine Rolle auch das Gras
muß robust und die Wurzel nicht verzweigt sein. Wir ließen
uns von einer Firma die Golfplätze anlegt, beraten.
Seit ca. 8 Jahren wird das Geläuf jährlich
nach folgendem Plan gepflegt:
Ende Oktober, nach dem letzten Training,
vertikutieren, aerifizieren mit einem Gemisch von
ca. 25 to gewaschenem Rheinsand und gesiebtem Mutterboden
sanden und abschleppen.
Mitte März vor dem 1. Training mähen, abkehren und walzen.
Die Bahn wird ab April 2 mal wöchentlich gemäht.
Ende März/Anfang April 1. Düngung.
Sind die Kurven zu stark ausgetreten werden sie mit einem
Gemisch aus gewaschenem Rheinsand und gesiebtem Mutterboden
aufgearbeitet. Diese Maßnahme erfolgt immer, wenn die Kurven
zu stark beansprucht waren.
Da eine gute Beregnungsanlage vorhanden ist, kann auch bei
Trockenheit das Geläuf in optimalem Zustand gehalten werden.
Juli 2. Düngung, vertikutieren.
Anfang Oktober 3. Düngung.
Es sollte nur wenn unbedingt nötig gewalzt werden, da walzen
den Boden zu stark verdichte,
dies alles geschieht in Eigenarbeit.
Alle 4-5 Jahre sollte die Bahn Ende Oktober von einer Firma,
Garten-und Landschaftsbau, bearbeitet werden, d.h. vertikutieren,
tiefenlüften, besanden mit ca. 30 to gewaschenem Rheinsand,
abschleppen und die ganze Bahn auf das vorhandene Gras neu
einsäen.
Diese Maßnahme fand in Oberhausen November 2007 statt.
Werden diese Arbeiten regelmäßig durchgeführt, fühlt sich
das Geläuf wie ein Moosboden an, der Untergrund ist jedoch
fest, die Hunde haben den nötigen Grip.
Die Verletzungen haben sich minimiert.
Die Pflege einer Grasbahn ist mit Sicherheit günstiger als
die einer Sandbahn.
Ein aktiver Greyhound Besitzer sagte mir im letzten Jahr:
„ Wären die Grasbahnen vor Jahren so gepflegt gewesen wie
die in Oberhausen, wären die Sandbahnen vielleicht nicht gekommen.“
Auch auf einer Grasbahn können a l l e Rassen laufen.
Mir persönlich ist eine gut gepflegte Grasbahn lieber als
eine schlecht präparierte Sandbahn.
Außerdem finde ich kann eine gut gepflegte Grasbahn jeder
gut präparierten Sandbahn standhalten.
Des öfteren war ich bei
Sandbahnrennen und kann auch als Rennleiterin einer Grasbahn
meinen Respekt und meiner Anerkennung Ausdruck geben über
eine gut präparierte Sandbahn.
Nun möchte ich noch zu dem Bericht Quo
vadis Sandbahnen?, eingehen.
Auch ich habe den Bericht der irischen Trainer
P. Hennessy und M O`Donnel
(er stammt aus 2006) vorliegen.
Diese beiden Trainer schlagen vor, 2 Grasbahnen zu installieren
um zu sehen wie die Resultate bei Gras oder Sand sind. Was
ist daran so falsch? Oder kann nicht sein was bei uns nicht
sein darf?
Wird auf die Bahnen geschoben was Züchter in ihrem Ehrgeiz
falsch gemacht haben?
Es wurde nur auf Schnelligkeit gezüchtet, was die Verletzungsgefahr
erhöhte.
Es sollen ja wieder robustere Grey gezüchtet werden.
Zu „ Wir haben in Deutschland Superbahnen“,
stimmt.
Was mir daran nicht gefällt ist:
Die Greyhound Besitzer animierten die Vereine
von Gras auf Sand umzusteigen. Viele sind diesem Ruf gefolgt.
Einige haben ihre Bahnen gut präpariert, die anderen, obwohl
sie wollen, können nicht, weil ihnen das nötige Geld fehlt.
Diese Vereine lässt man fallen. Ich finde das einfach unsportlich.
Sicherlich haben die Greyhound Besitzer gute Vorschläge zur Verbesserung unserer Bahnen gemacht.
Sie sind aber auch diejenigen, die einen Verein sofort fallen
lassen wenn ihnen etwas nicht passt.
Wir sind nicht in England und nicht in Irland.
Wir haben ein Hobby das wir lieben, jeder Verein ob Gras-oder
Sandbahn tut sein Bestes für die Gesundheit der Hunde.
Jedoch fragt man sich manchmal bei all den
vielen Forderungen:
Wer soll das bezahlen?
Hannelore Vogel
( Rennleiterin WRV-Kurpfalz)
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